Sonntag, 6. Dezember 2009

Das Land der 13 Weihnachtsmänner

Weihnachtsmänner auf Island

Am Morgen des 12. Dezember geht es auf Island wieder los: Die Weihnachtsmänner kommen aus den verschneiten Bergen - und mit ihnen jenen wunderbaren Bräuche, die nur ein Ausländer als seltsam empfindet.

Etwa, dass es auf Island 13 Weihnachtsmänner gibt. Stekkjastaur macht den Anfang und steigt als erster aus den Bergen herab. Jedes Kind auf Island weiß, dass Stekkjastaur noch zwölf Kollegen hat.

Jeden Tag vom 12. Dezenber an, steigt ein weiterer aus den tief verschneiten Vulkanbergern herab, bis am Heiligen Abend alle beisammen sind. Danach geht, Stekkjastaur voran, täglich wieder einer zurück in die Wildnis, und am 6. Januar, dem Dreikönigsfest, sind alle wieder verschwunden.

Damit können die eigenwilligen Isländer als einziges Volk der Welt behaupten, von 13 Weihnachtsmännern beschenkt zu werden und 26 Tage lang Weihnachten zu haben. Welch eine Bescherung im Land der Nordmänner!

Freitag, 25. September 2009

Guinness-Bier feiert 250.Geburtstag

Am 24. September feierte ein Klassiker unter den Bieren einen runden Geburtstag. Das traditionsreiche irische Guinness-Bier wird 250 Jahre alt. Pünktlich um 17:59 irischer Zeit erhoben Hunderttausende Menschen ihr Glas und brachten einen Trinkspruch auf den Brauererei-Gründer Arthur Guinness aus.

Es war im Jahr 1759, als ein junger Mann ins Brauereigeschäft einstieg und eine Brauerei am St. James Gate in Dublin gründete. Der Ire hatte grosses Vertrauen in die Zukunft, denn er schloss einen Pachtvertrag für 9000 Jahre. Damit legte er den Grundstein für eine ungewöhnliche Erfolgstory, die bis heute andauert. Das dunkle Ale-Bier mit der irischen Harfe als Symbol gehört zu den traditionsreichsten Bieren der Welt.



Arthur Guinness braute zunächst helle Biersorten und danach braute er sich was Dunkles zusammen. Im Jahr 1778 begann Guinness mit dem Brauen der dunklen Biersorte Porter und entschloss sich, in Konkurrenz zu britischen Brauern zu treten. Der Erfolg gab ihm Recht. Nur zehn Jahre dauerte es, bevor die ersten Fässer des dunklen Ale-Bieres über die irische See nach England exportiert wurden. Damit begann der Aufstieg des dunklen Ale-Bieres in der ganzen Welt. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts war seine Brauerei die größte Porter- und Stout-Brauerei der Welt.

Mittlerweile gibt es 35 Brauereien in der ganzen Welt, die den dunklen Gerstensaft für durstige Ale-Trinker herstellen. Der größe Absatzmarkt liegt im Vereinigten Königreich, gefolgt vom Mutterland Irland.

Um das irische Nationalgetränk ranken sich zahlreiche Mythen. Mittlerweile ist Guinness viel mehr als nur ein Getränk: Es ist ein Symbol für eine bestimmte Lebensart, es ist ein lebendiges Stück Irland.

Sonntag, 20. September 2009

Gefährliche Wallfahrten zum Mont Saint-Michel

Wallfahrten waren seit jeher gefährliche Abenteuer mit ungewissem Ausgang. Die Pilger waren auf ihrer Reise vielfältigen Gefahren - auch der Natur - ausgesetzt. Manchem christlichen Wallfahrer wurde daher der Abschluß eines Testaments nahegelegt.

Im Mittelalter kündete der Mont Saint-Michel von den Gefahren einer solchen Wallfahrt. Für die Pilger des Mittelalters war der Berg des Heiligen Michael voller Gefahren. Seine Anziehungskraft verdankte der mythische Berg seiner maritimen Lage. Seinerzeit lag der »Wunder des Abendlandes« genannte Berg kilometerweit draußen im Wattenmeer vor der Küste der Bretagne.

Seit Mitte des 9. Jahrhunderts waren die Pilger, allen Gefahren zum Trotz, zum Mont-Saint-Michel geströmt, der zum Hauptziel der Michaels-Verehrer in Europa wurde. Eine Blütezeit war das 13. Jahrhundert, die Zeit der christlichen Erneuerungsbewegungen.

Viele Pilger ertranken auf ihrer frommen wallfahrt, weil sie bei Ebbe in Sickerstellen ertranken oder von der Flut überrascht wurden. Der Berg wurde jedoch von der Natur gnädig gestimmt und kam den Pilgern immer näher, weil sich immer mehr Sand und Schlick in der Bucht ablagerte. Später verband ein Straßendamm die Insel mit dem Festland.



Dem Problem der zunehmenden Verlandung des Berges will nun ein Expertenteam entgegenwirken. Mit einem 200 Millionen Euro teuren Ökoprojekt soll der Berg Mont Saint-Michel dem Meer zurückgegeben werden. Kernstück ist ein Gezeiten-Staudamm an der Stelle, wo der Fluß Couesnon in die Bucht mündet. Er soll wie eine Spülmaschinen wirken und die Bucht um den Heiilgen Berg reinigen.

Für manch frommen Pilger wird die Reise wieder beschwerlicher. Für ihn gilt dann wie im Mittelater: "Gehst du nach Saint Michel, vergiß nicht, vorher dein Testament zu machen." Schade, daß Victor Hugo das nicht mehr erleben darf: Der berühmte Autor forderte bereits im 19. Jahrhundert: "Der Mont Saint-Michel muß eine Insel bleiben."

Weblink:

Mont Saint Michel soll wieder vom Meer umspült werden - www.tagesschau.de/ausland

Freitag, 11. September 2009

Der Obama aus dem Osten

Srednjaja Achtuba in der Nähe von Wolgograd ist ein eher unscheinbares Dorf tief im Süden Russlands. In diesem Dorf stehen Bürgermeisterwahlen an. Im Mittelpunkt der Wahlen steht ein in Guinea Bissau Geborener, der  sich anschickt, dort als erster Schwarzer in Russland Bürgermeister zu werden.

Wassilij Iwanowitsch, der Schwarze aus Guinea Bissau, ist seit zwei Jahren russischer Staatsbürger. Seine Eltern hatten ihn zum Pädagogikstudium nach Wolgograd geschickt. Er ist geblieben und hat seinen Namen geändert. Aus Zhoakrim Krima wurde Wassilij Iwanowitsch. Der beliebte schwarze Kandidat ist vor allem ein Mann mit einer russischen Seele. Als Wahlkämpfer versteht er es, die dort lebenden Menschen und ihre Seele anzusprechen.

Wassilij Iwanowitsch fällt auf, jeder kennt ihn. Das nutzt ihm bei seinem anstrengenden Wahlkampf. Für sie ist er der Neger. In Russland ist das allerdings kein Schimpfwort, sondern bezeichnet einfach einen Schwarzen. "Ich werde ackern wie ein Neger", das alte russische Sprichwort soll sein Slogan werden, wenn er es geschafft hat, als Kandidat aufgestellt zu werden.

Jetzt macht der Mann mit der russischen Seele sich auf, um der erste schwarze Bürgermeister Russlands zu werden. 700 Unterschriften muss er sammeln, damit er Bürgermeisterkandidat von Srednjaja Achtuba werden kann.

Dafür ist er jeden Tag bis abends auf den staubigen Strassen im Dorf unterwegs und wirbt in persönlicher Ansprache um Wähler. Unterstützt wird er von einem Wahlkampfmanager und überzeugten Anhänger von Präsident Medwedew.

Wassilij Iwanowitsch, der Afro-Russe aus Guinea Bissau, liebt es, im Mittelpunkt zu stehen. Seine Kandidatur sorgt für Gesprächsstoff. Ein schwarzer Bürgermeister in Russland wäre eine kleine Sensation in dem Land, in dem viele wegen ihrer Hautfarbe diskriminiert und sogar ermordet werden.

In Srednjaja Achtuba mögen sie ihn alle, aber ob sie ihn auch zu ihrem Bürgermeister machen wollen? "Warum sollten wir es nicht einmal mit ihm versuchen", so ein potentieller Wähler. Vorbild für seien Kandidiatur ist der Afro-Amerikaner Barack Obama. "In Amerika haben sie doch auch für Barack Obama gestimmt, warum sollen wir das in Srednjaja Achtuba nicht auch machen?"

Wassilij Iwanowitsch hat also gute Chancen, Bürgermeister in Srednaja Achtuba zu werden. Einen Hinweis auf den möglichen Wahlausgang liefert ein altes russisches Sprichwort: "Das Ende ist die Krönung einer Sache".

Montag, 7. Juli 2008

Die Bernina- und Albula Bahn gehören zum UNESCO Weltkulturerbe



Die Bernina Bahn und die Albula Bahn sind Meisterwerke des Bahnbaus. Seit dem 7. Juli 2008 trägt die Rhätische Bahn einen Adelstitel. Die Strecke zwischen Thusis und Tirano wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Anfang des 20. Jahrhunderts hat man sich wegen der aufwendigen Linienführung für eine Spurweite von einem Meter entschieden.

Der "geadelte" Schienenstrang ist 122 Kilometer lang und führt durch 55 Tunnels und über 196 Brücken und Viadukte. Nicht wenige Fachleute behaupten, dies sei die spektakulärste Alpenbahn überhaupt. Die Albula- und Bernina-Strecke ist die dritte Bahnlinie, die in das UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen wurde. Nach der Semmeringbahn in Österreich und den "Mountain Railways of India". Dort teilen sich drei Bahnen den Titel.

Nicht nur die spektakuläre Bahnstrecke wird dargeboten, sondern auch die Menschen an der Strecke. Da gibt es den Bahnkenner Reto Barblan, der eine Menge Fakten zur Bahnlinie weiß, der aber auch viele Episoden am Rand erzählen kann, dass beispielsweise im kleinen Bahnhof von Stuls einstmals 17 Kinder lebten, mehr als im ganzen Dorf zusammen.

Marcella Maier aus St. Moritz hat in ihrem knapp 90 jährigen Leben viele Menschen kennen gelernt. Auch Hermann Hesse oder den Schauspieler Hans Albers und sie beschreibt die goldenen Zwanziger Jahre in St. Moritz.

Das Museum des Malers Segantini, das nur für drei Bilder errichtet wurde, ist natürlich ebenso im Film vertreten, wie der spektakuläre Ausblick auf das "Engadiner Seencollier".

Am höchsten Punkt der Strecke, dem Ospizio Bernina, wird ebenso Station gemacht, wie im Hauptort des Puschlav in Poschiavo. Dort besuchen wir den ältesten Triebwagen der Linie und das Bernina Krokodil. Auch die Geschichte des Ortes wird uns nahe gebracht und das legendäre "Ringbrot".

Der Bernina Express fährt zum Größten Teil auf der Bernina- und Albula Bahn, die zum UNESCO Weltkulturerbe gehören. Die vom Bernina-Express befahrenen Strecken Albulabahn und Berninabahn wurde im Sommer 2008 als UNESCO-Welterbe ausgezeichnet.

Der Bernina-Express führt von den Palmen ins ewige Eis, von den Gletschern des Piz Bernina bis hinunter zu den Weingärtten des südländisch geprägen Veltlin nach Tirano in Italien. Der Bernina-Express verlässt den auf 585 m ü. M. gelegenen Bahnhof Chur in Richtung Thusis und führt über die Albulalinie nach Pontresina.

Samstag, 12. Januar 2008

Liverpool Europäische Kulturhauptstadt 2008

Liverpool Pier Head

Liverpool ist 2008 neben Stavanger in Norwegen Europäische Kulturhauptstadt. Liverpool ist eine Stadt und Metropolitan Borough im Nordwesten von England, an der Mündung des Flusses Mersey. Bekannt ist die Stadt am Mersey durch ihre pulsierende Musikszene, aus der in den 1960er Jahren unter anderem die Rockgruppe The Beatles hervorging. Liverpool feiert seine Rückkehr ins europäische Rampenlicht.

Die Hafenstadt an der Mündung des Flusses Mersey hat einen Wandel durchgemacht. Früher lebte die Hafenstadt vom Handel mit Stahl, nach dem industriellen Niedergang erfanden die Liverpudlians ihre Stadt neu. Lagerhallen am Fluss Mersey wie die Albert Docks beherbergen heute Museen und Konzertsäle, in denen sich Liverpool 52 Wochen lang mit Musik und Theater als europäische Kulturhauptstadt feiert.



Liverpool hat sich für sein Jahr als Europas Kulturhauptstadt viel vorgenommen. Die einstige Industriestadt am River Mersey zelebriert die Künste, ihre Musik, ihr kulturelles Erbe und ihre Vielfalt. Das Programm ist über weite Strecken atemberaubend. Die englische Hafen-Metropole setzt voll auf die »Beatles«.



Liverpool


Auftakt ins Kulturprogramm ist ein Musical, das mit Liedern von den »Beatles«, »Frankie Goes to Hollywood«, »The Real Thing« und »The Wombats« zu einer Reise durch die Stadt lädt. Interpreten sind das »Royal Liverpool Philharmonic Orchestra«, Eurythmic Dave Stewart und Ex-Beatle Ringo Starr.

Montag, 9. Juli 2007

Die Karlsbrücke in Prag

Karlsbrücke in Prag


Die Karlsbrücke ist eine im 14. Jahrhundert errichtete, historisch bedeutsame Brücke über die Moldau in Prag, die die Altstadt mit der Kleinseite verbindet. Sie ist die älteste erhaltene Brücke über den Fluss Moldau und eine der ältesten Steinbrücken Europas.

Die Brücke erhielt ihren heutigen Namen erst im Jahr 1870, sie gilt als Wahrzeichen der Stadt und gehört zu den nationalen Kulturdenkmalen. Über die Brücke führte der Krönungsweg der böhmischen Könige. Bei der Einweihung der Karlsbrücke trug diese noch keinerlei Brückenschmuck.

Karlsbrücke in Prag


Erst nach und nach wurden über den Brückenpfeilern Skulpturen von Heiligen und Patronen aufgestellt. Diese stammen aus verschiedenen Bildhauerwerkstätten und sind überwiegend im barocken Stil gehalten. Wohl am bekanntesten ist die Statue des heiligen Johannes von Nepomuk, der angeblich an dieser Stelle im Jahre 1393 ertränkt wurde.

Die Grundsteinlegung der Karlsbrücke durch Karl IV. erfolgte am 9. Juli 1357 um exakt 5:31 Uhr – der Herrscher hatte sich von Astrologen den günstigsten Zeitpunkt für das Zeremoniell errechnen lassen. Als Vorbild diente die Steinerne Brücke in Regensburg. Sie wurde an der Stelle erbaut, an der die zuvor im Auftrag Judiths von Thüringen erstellte Steinbrücke aus dem 12. Jahrhundert stand, die 1342 durch das Magdalenen-Hochwasser zerstört wurde.

Mit dem Bau wurde der 28-jährige Peter Parler beauftragt. Sie hat eine Länge von 516 Metern und eine Breite von etwa 9,50 Metern. Ihre 16 Brückenbögen ruhen auf 15 Pfeilern. Um sie diesmal fester zu machen, wurde angeblich der Mörtel mit Eiern angereichert. Ursprünglich wurde sie Steinbrücke oder Prager Brücke genannt. Der Name Karlsbrücke ist erst seit etwa 1870 geläufig.